Ankündigungen und Meldungen




Konzertlesung zu Gunsten
der Kriegsopfer in der Ukraine


Am Sonntag, den 25. September, findet in der Zeit von 18:00 bis 22:00 Uhr in der Wuppertaler BOERSE, Wolkenburg 100, eine Konzertlesung zugunsten der Ukraine-Hilfe "Brücke der Hoffnung“ statt.

 

Eintritt: 10 Euro /ermäßigt 5 Euro

 

Die lange Dauer dieses verbrecherischen und zermürbend langen Kriegs gegen die Ukraine führt zu einer Kriegs- und Spendenmüdigkeit. Die Not der betroffenen Opfer wird jedoch nicht weniger.
Der Vorverkauf ist gestartet, siehe  
wuppertal-live.de

Alle beteiligten Künstler*Innen verzichten auf ihre Gage. Der Reinerlös kommt ausschließlich der "Brücke der Hoffnung“- der Ukraine-Hilfe des „Zentrums für Liberale Demokratie" zugute.

Prog-Rock-Gruppe „BRAIN-FLOW“ (Foto).
Frontfrau der Band ist Simone Barth, die auch akustische Gitarre spielt. An der E-Gitarre steuert Uli Schmitz markante Riffs, aber auch sanfte Balladenbegleitung bei. Gerold Theobalt greift an den Keyboards in die Tasten. Als Gast  sorgt Jan Kazda am Bass gemeinsam mit Martin Rickelhoff an den Drums für den Groove.

Präsentiert werden eigene Songs und gecoverte Stücke im Wechsel mit Rezitationen von Gedichten, Erzählungen und Berichten ukrainischer, literarisch hochklassiger Autor*innen.

Es lesen die wunderbaren Schauspieler*innen Julia Felicitas Wolff (Wuppertaler Bühnen), Volker Lippmann (Theater Tiefrot, Köln) und Udo Thies (Köln). 
                                                                     

Der renommierte Saxophonist und Komponist Wolfgang Schmidtke beteiligt sich u.a. mit einem Solostück von Charlie Parker.

Den zweiten Teil des Programms bestreiten die Rockbands "PSYCHEDELIC VALLEY“ und "THE GOOD, THE BAD UND DER GEIGER" unter der jeweiligen konzeptionellen Leitung von Constantin Sommer und Mischa Nodelman. Diese beiden Gruppen setzen sich aus ukrainischen, russischen, georgischen, belarussischen und moldawischen Musiker*innen zusammen, die alle in NRW (im Exil) leben.

In Zusammenarbeit mit:

ØElse Lasker-Schüler-Gesellschaft mit dem Theater Anderwelten

ØKölner Theater Tiefrot

ØFolkwang Universität der Künste, Essen-Werden.

 

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Der Almanach "Ich suche allerlanden eine Stadt" ist direkt zu beziehen bei der Else Lasker-Schüler-Gesellschaft, Herzogstr. 42, 42103 Wuppertal, Mail: vorstand@else-lasker-schueler-gesellschaft.de


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"Die Facetten des Prinzen Jussuf" - Ein Lesebuch über Else Lasker-Schüler

das neue Buch von Hajo Jahn über Else Lasker-Schüler ist nun offiziell auf dem Markt. Es ist ein Lesebuch mit 20 "Kapiteln", Bildern und Gedichten. In jedem Beitrag wird Else in Ihrem Facettenreichtum als "Die Berlinerin", "Die Araberin", "Die Jüdin" "Die Zeichnerin" etc. vorstellt.

Grundlage sind viele Gespräche mit Zeitzeugen, die die Malerpoetin noch persönlich gekannt haben. Dies ist keine wissenschaftliche Arbeit, sondern ein Lesebuch über eine ungewöhnliche Künstlerin.

Es ist ein ganz besonderes Buch.

 

Das Buch (190 Seiten) kostet im Handel 28 Euro und ist für Mitglieder der Else Gesellschaft zum Sonderpreis von 20 Euro plus Versandkosten zu erwerben.

Es kann über den nachfolgenden Link per Mail bestellt werden:
 Hajo.jahn@else-lasker-schueler-gesellschaft.de

 

Hajo Jahn: „Die Facetten des Prinzen Jussuf. Ein Lesebuch über Else Lasker-Schüler“.
PalmArtPress, Berlin 2022. 186 Seiten. 28 €.  

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Zwei Buchkritiken zu Hajo Jahns "Die Facetten..."

Ein Buch zum Aufatmen - 

nach so viel interpretatorischer Klugheit 

Von Jürgen Serke 

Der Journalist Hajo Jahn hat den vielen Biographien über Else Lasker-Schüler eine neue hinzugefügt und nennt sie „Die Facetten des Prinzen Jussuf“. Man kennt fast alles, und doch ist nichts in dieser Darstellung Wiederholung.  

Aber nun stimmt das Bild von der Dichterin, die 1869 in Elberfeld zur Welt kam und 1945 in Jerusalem starb. Locker, leicht und luftig wird hier alles erzählt. Eine Else Lasker-Schüler kommt uns hier entgegen, die sich in das Leben des Lesers einschmeichelt und doch nichts verschweigt vom Desaster des 20. Jahrhunderts.  

Der 81-jährige Hajo Jahn war Redakteur beim WDR in Wuppertal. Vor drei Jahrzehnten gründete er die Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft. Die Dichterin wurde sein  Lebensmittelpunkt. Mit Veranstaltungsforen über sie zog er von Deutschland in die Schweiz, nach Österreich, Frankreich und nach Israel. Ein dutzend Almanache über diese Treffen gab er heraus. Er erwies sich als ein großer Organisator und ließ nicht nach in seiner Lust, Else Lasker-Schüler zu präsentieren, selbst als die Dichterin keine Steigerung des Ruhmes mehr nötig hatte.  

Und nun ist ihm eine wunderschöne Hommage gelungen. Wer sein Buch liest, erlebt Glück, Schrecken und Schönheit eines einzigartigen Lebens. Die Elberfelderin wird ebenso gezeigt wie die Berlinerin, die Dichterin wie die Zeichnerin, die Performerin wie die Netzwerkerin, die Jüdin wie die Araberin. In den Kapiteln unter diesen Überschriften wird Leben und Werk dargestellt und auch die Rezeptionsgeschichte gezeigt. Jahns Darstellung ist nicht nur ein Lese-, sondern auch ein Bilderbuch mit zahlreichen Abbildungen von Zeichnungen der Dichterin, die die Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft erworben hat.  

Das Erbärmliche ihrer Lebensumstände in Heimat und Exil, das zur Heimat wurde, wird dargestellt, aber die Dichterin lässt sich nicht herabziehen. Jahn zeigt, wie sie Kathedralen über ihre Welt der Fantasie baut. In der Synagoge isst sie genüsslich die mitgebrachte Schokolade. Frau Lasker-Schüler, doch nicht hier, wird sie zurechtgewiesen. Und sie antwortet: „Stören Sie mich nicht in meiner Andacht.“  

Natürlich profitiert Hajo Jahn von dem, was andere vor ihm gefunden haben. Aber so, wie er das Gefundene zu seiner eigenen Geschichte zusammensetzt, wird daraus ein mitreißender Sog, der den Schrecken zurückdrängt. Den Tod büßt man lebend ab, heißt es. Aber der Tod hat in diesem Buch nicht das letzte Wort. Else Lasker-Schüler zeigt in Jahns Darstellung, wie sie der Liebe Flügel verleiht. Mehr geht nicht.  

Hajo Jahn: „Die Facetten des Prinzen Jussuf. Ein Lesebuch über Else Lasker-Schüler“.
PalmArtPress, Berlin 2022. 186 Seiten. 28 €.  

Jürgen Serke, Journalist und Buchautor, hat als ehemaliger Reporter beim Magazin STERN in einer Serie über „Die verbrannten Dichter“ in den 70er Jahren die Malerpoetin und Exilanten Else Lasker-Schüler wieder einem breiten Publikum bekannt gemacht. Sein gleichnamiges Buch wurde ein Bestseller.  
(Foto: Archiv des Adalbert Stifter Vereins)

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fiftyfifty

„Wer knuspert so spät durch Nacht und Wind?“

Else Lasker-Schüler und ein Lesebuch der ganz besonderen Art

1899 wird ihr Sohn Paul geboren - den Namen des Vaters gibt die knapp 30Jährige niemals preis. Gegen den § 218 votiert Else Lasker-Schüler schon damals und heiratet nach der Scheidung von ihrem ersten Mann 1903 einen neun Jahre Jüngeren. Die Liebe liebt die malende Dichterin aus dem Wupper-Tal ihr Leben lang, und autonome weibliche Erotik ist für sie beileibe kein Fremdwort. Eine phantasie-überströmende, kluge, politisch wache, umweltbewusste, widerspenstige Künstlerin, die sich auf die ihr eigene Art immer wieder einmischt. Mal provokant, mal witzig, wie‘s gerade so eben passt. Jene Frau, die Konventionen voller Wonne gegen den Strich bürstet und ihren Lebensfilm einfach auch mal ganz anders abspult, hat Hajo Jahn, vormals WDR-Studiochef in Wuppertal und 1990 Begründer der Else Lasker-Schüler-Gesellschaft, zu seinem „Lesebuch“ inspiriert, fußend auf einer Zeitungs-Serie zum 150. Geburtstag der malenden Dichterin mit den zahlreichen Phantasienamen. Einfühlsam und kundig werden die Facetten eines Frauenlebens der sehr besonderen Art entfaltet. In mehr als zwanzig Beiträgen und jeweils eingerahmt von einer Zeichnung oder einem Gedicht der Malerpoetin, nimmt uns der Autor mit auf die ungewöhnliche Lesereise zu einer eindrucksvollen Künstlerin. Die von den Nazis als Jüdin ins Exil „Verscheuchte“ stirbt am 22. Januar 1945 im Alter von 75 Jahren in Jerusalemer Hadassah-Hospital.   

Ulrike Müller (in der Straßenzeitung „fiftyfifty“, Juli-Ausgabe 2022)

 

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Die Else Lasker-Schüler-Gesellschaft e.V. ist ebenso ungewöhnlich wie Else Lasker-Schüler, unsere Namensgeberin mit dem gläsernen Herzen und den vielen Identitäten, in die sie sich poetisch hineinträumte: Sie war:

 

Blauer Jaguar. Indianer. Krieger. Abigail. Tino von Bagdad. Prinz Jussuf von Theben

 

Den Spuren dieser Malerpoetin folgt die nach ihr benannte Literaturgesellschaft, die Erinnerung an Leben und Werk dieser Ausnahmekünstlerin und Poetin lebendig erhält. Nach ihrem Vorbild haben wir  ein Netzwerk aus Autor*innen, Künstler*innen, Literaturwissenschaftler*innen und –liebhaber*innen gewoben.
Mit 1.200 Mitgliedern weltweit zählt die Else Laser-Schüler-Gesellschaft zu den größten Literaturvereinen Deutschlands.

 

23 Else Lasker-Schüler-Foren wurden im Laufe der letzen dreißig Jahre veranstaltet: von Wuppertal und Jerusalem über Breslau, Prag, Zürich, Berlin, Wien, Catania, Tel Aviv bis Ascona und Sanary-sur-Mer in Frankreich.



Rückblicke auf das XXIII. Else Lasker-Schüler-Forum in Sanary-sur-Mer 2021

Eine positive Bilanz über das XXIII. Else Lasker-Schüler-Forum zieht in seinem Rückblick Hajo Jahn, Vorsitzender der Else Lasker-Schüler-Gesellschaft. Den Bericht von Hajo Jahn lesen Sie hier:

Presseresonanzen auf das XXIII. Else Lasker-Schüler-Forum in Sanary-sur-Mer

Eindrücke vom ELS-Forum in Sanary-sur-Mer: Von oben links im Uhrzeigersinn: Das Théatre Galli, Hajo Jahn, Heiner Bontrup; Szene aus dem Stück von Heiner Bontrup
Eindrücke vom ELS-Forum in Sanary-sur-Mer: Von oben links im Uhrzeigersinn: Das Théatre Galli, Hajo Jahn, Heiner Bontrup; Szene aus dem Stück von Heiner Bontrup

Fotocollage: Anna Schwartz, veröffentlicht in der WZ vom 23. Oktober 2021

Sehr beeindruckend ist die Berichterstattung über das XXIII. Else Lasker-Schüler-Forum in Sanary-sur- Mer. Monika Werner-Staude berichtet für die Westdeutsche Zeitung ausführlich über das Forum. Den Bericht lesen Sie  hier.

 

Die deutschsprachige Zeitung "Riviera-Press" berichtete in ihrer Online-Ausgabe vom 7. Oktober sehr ausführlich und tiefgehend über das Forum: Chefreporter Rolf Liffers geht dabei insbesondere auf die Mahnungen von Frido Mann und Ron Williams ein, Rassismus rechtzeitig im Unterricht zu behandeln, Wissen zu vermitteln und zur Empathie zu erziehen. Den ausführliche Bericht lesen Sie hier.

Klares Zeichen gegen Antisemitismus

Initiative für die Errichtung einer Bodenplatte zur Erinnerung an die reichsweit erste Bücherverbrennung vor dem Barmer Rathaus

Else Lasker-Schüler: Durch die Wüste Sinai
Else Lasker-Schüler: Durch die Wüste Sinai

"Der Antisemitismus ist das Merkreichen einer zurückgebliebenen Kultur". Dieses Zitat ist von Friedrich Engels. Er stammt wie Else Lasker-Schüler, der Malerpoetin  aus Wuppertal. Ihr Satz „Hass schachtelt ein, wie hoch die Flamme auch mag schlagen!“ sollte uns Mahnung und Erinnerung sein, so Hajo Jahn, Vorsitzender der Else Lasker-Schüler-Gesellschaft. 

 

 Ganz in diesem Sinne setzt sich die Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft, einer Initiative ihres Vorsitzenden Hajo Jahn folgend, dafür ein, dass in Barmen vor dem Rathaus eine künstlerisch gestaltete Gedenkplatte installiert wird.  „2020 gab es in Deutschland 2351 antisemitische Straftaten. Das ist die höchste Erhebungszahl seit der Erfassung vor 20 Jahren. Gegen Antisemitismus arbeiten wir.“

 

Gemeinsam mit der Jüdischen Kultusgemeinde und anderer Organisationen wie der Armin T. Wegner-Gesellschaft, der „Kulturbrücke Wuppertal – Engels an der Wolga“, dem „Freundeskreis Beer Sheva“ sowie der „Solidargemeinschaft Wuppertal“ hat die Else Lasker-Schüler-Gesellschaft einen entsprechenden Antrag an den Kulturausschuss auf den Weg gebracht.  

 Den Bericht der Westdeutschen Zeitung über die Initiative lesen Sie hier.

 

Das flüchtige Paradies

Das Programm des XXIII. Else Lasker-Schüler-Forums zum Nachlesen

Theater, Lesungen, Konzerte, Vorträge und Podiumsdiskussionen: Das XXIII. Else Lasker-Schüler-Forum begibt sich auf die Spuren der Literaten und Kulturschaffenden, die nach der Machtergreifung Hitlers in der Idylle eines südfranzösischen Fischerstädtchens Zuflucht suchten und fanden. Zeitweise wurde das "Exil unter Palmen"  zur Welthauptstadt der deutschen Literatur: Die Manns, Lion Feuchtwanger, Brecht und Weill weilten hier. Das Programm des hochkarätig besetzten Forums finden Sie ebenso wie Kontaktdaten zur Anmeldung hier.

Else Lasker-Schüler auf Instagram

Eine Initiative an der Universtität Bamberg

Julia Ingold, Mitglied der Else Lasker-Schüler-Gesellschaft, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni Bamberg. An der Universität Kiel hat sie kürzlich ihre Dissertation über Else Lasker-Schüler eingereicht. Im Sommersemster 2020 machte Ingold die Not der virtuellen Lehre zur Tugend und ließ mit ihren Studierenden Lasker-Schüler in ihrem 75. Todesjahr auf Instagram wiederauferstehen. Sie posten weiterhin regelmäßig Informationen über Werke, Graphiken, Texte, Biographie, Veranstaltungen, Web-Angebote und Forschung. Dabei entsteht eine unterhaltsame und lehrreiche Sammlung von Versatzstücken, die Interessierten ein lebendiges Bild der Künstlerin vermitteln. 

 

Das Programm verfolgen Sie hier.