Die Malerin Charlotte Salomon:

„Es ist mein ganzes Leben“

 Politisch-historisches Erinnern mit allen Sinnen:

 

FREITAG, 26. November 2021, 19.00 Uhr

VON DER HEYDT MUSEUM WUPPERTAL, TURMHOF 8

 Therese Hämer liest Texte über Leben und Werk der jüdischen Malerin Charlotte Salomon.

Musikalische Begleitung: Julie Sassoon-Quartett.

 

An der Cote d‘Azur begann eine Tragödie, die in Polen, in Auschwitz endete: Charlotte Salomon. Sie kam am 16. April 1917 als Tochter des Chirurgen Albert Salomon und seiner Frau Franziska in Berlin zur Welt, wo die Malerpoetin Else Lasker-Schüler bereits die „Königin der Avantgarde“ war.

Charlotte wuchs in einem liberalen jüdischen Elternhaus auf, wo heute drei Stolpersteine an das junge Mädchen, ihren Vater Albert und seine zweite Frau, die Sängerin Paula Salomon-Lindberg erinnern. Zum Wintersemester 1935/36 wurde Charlotte an den Vereinigten Staatsschulen für Freie und Angewandte Kunst Berlin, aufgenommen.

Im Januar 1939 emigrierte Charlotte nach Frankreich. Dort lebte sie in Villefranche-sur-Mer bei ihren Großeltern. Im Juni 1940 besetzten deutsche Truppen weite Teile Frankreichs; am 22. Juni unterschrieb Marschall Pétain einen kapitulations-ähnlichen Waffenstillstand mit Deutschland, in dem auch die Auslieferung von 200.000 Juden an die Gestapo geregelt war. Charlotte Salomon und ihr Großvater (ihre Großmutter hatte sich im März 1939 das Leben genommen) wurden im Lager Camp de Gurs interniert, kurze Zeit später jedoch wegen des hohen Alters des Großvaters wieder freigelassen.

Um ihre Erlebnisse zu verarbeiten, begann sie wieder zu malen. Am 11. November 1942 besetzte die Wehrmacht Südfrankreich. Im Juni 1943 heiratete Charlotte den österreichischen Emigranten Alexander Nagler. Das Ehepaar wurde verraten, am 24. September 1943 in Nizza verhaftet, am 27. September in das Sammellager Drancy bei Paris verschleppt und am 7. Oktober in das KZ Auschwitz-Birkenau deportiert. Charlotte Salomon, im fünften Monat schwanger, wurde vermutlich sofort nach ihrer Ankunft in Auschwitz ermordet.

 

Projektträger: BAK Arbeit und Leben e.V. / Bundeszentrale für politische Bildung

Kooperationspartner der Jazzwerkstatt mit dem Kurator Ulli Blobel sind:

Else Lasker-Schüler-Gesellschaft und von der Heydt-Museum.

EINTRITT frei, um eine Spende wird gebeten. Es gilt die 2 G-Regelung!

Rückblicke auf das XXIII. Else Lasker-Schüler-Forum in Sanary-sur-Mer

Eine positive Bilanz über das XXIII. Else Lasker-Schüler-Forum fällt in seinem Rückblick Hajo Jahn, Vorsitzender der Else Lasker-Schüler-Gesellschaft. Den Bericht von Hajo Jahn lesen Sie hier:

Presseresonanzen auf das XXIII. Else Lasker-Schüler-Forum in Sanary-sur-Mer

Eindrücke vom ELS-Forum in Sanary-sur-Mer: Von oben links im Uhrzeigersinn: Das Théatre Galli, Hajo Jahn, Heiner Bontrup; Szene aus dem Stück von Heiner Bontrup
Eindrücke vom ELS-Forum in Sanary-sur-Mer: Von oben links im Uhrzeigersinn: Das Théatre Galli, Hajo Jahn, Heiner Bontrup; Szene aus dem Stück von Heiner Bontrup

Fotocollage: Anna Schwartz, veröffentlicht in der WZ vom 23. Oktober 2021

Sehr beeindruckend ist die Berichterstattung über das XXIII. Else Lasker-Schüler-Forum in Sanary-sur- Mer. Monika Werner-Staude berichtet für die Westdeutsche Zeitung ausführlich über das Forum. Den Bericht lesen Sie  hier.

 

Die deutschsprachige Zeitung "Riviera-Press" berichtete in ihrer Online-Ausgabe vom 7. Oktober sehr ausführlich und tiefgehend über das Forum: Chefreporter Rolf Liffers geht dabei insbesondere auf die Mahnungen von Frido Mann und Ron Williams ein, Rassismus rechtzeitig im Unterricht zu behandeln, Wissen zu vermitteln und zur Empathie zu erziehen. Den ausführliche Bericht lesen Sie hier.

Klares Zeichen gegen Antisemitismus

Initiative für die Errichtung einer Bodenplatte zur Erinnerung an die reichweit erste Bücherverbrennung vor dem Barmer Rathaus

Else Lasker-Schüler: Durch die Wüste Sinai
Else Lasker-Schüler: Durch die Wüste Sinai

"Der Antisemitismus ist das Merkreichen einer zurückgebliebenen Kultur". Dieses Zitat ist von Friedrich Engels. Er stammt wie Else Lasker-Schüler, der Malerpoetin  aus Wuppertal. Ihr Satz „Hass schachtelt ein, wie hoch die Flamme auch mag schlagen!“ sollte uns Mahnung und Erinnerung sein, so Hajo Jahn, Vorsitzender der Else Lasker-Schüler-Gesellschaft. 

 

 Ganz in diesem Sinne setzt sich die Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft, einer Initiative ihres Vorsitzenden Hajo Jahn folgend, dafür ein, dass in Barmen vor dem Rathaus eine künstlerisch gestaltete Gedenkplatte installiert wird.  „2020 gab es in Deutschland 2351 antisemitische Straftaten. Das ist die höchste Erhebungszahl seit der Erfassung vor 20 Jahren. Gegen Antisemitismus arbeiten wir.“

 

Gemeinsam mit der Jüdischen Kultusgemeinde und anderer Organisationen wie der Armin T. Wegner-Gesellschaft, der „Kulturbrücke Wuppertal – Engels an der Wolga“, dem „Freundeskreis Beer Sheva“ sowie der „Solidargemeinschaft Wuppertal“ hat die Else Lasker-Schüler-Gesellschaft einen entsprechenden Antrag an den Kulturausschuss auf den Weg gebracht.  

 Den Bericht der Westdeutschen Zeitung über die Initiative lesen Sie hier.

 

Das flüchtige Paradies

Das Programm des XXIII. Else Lasker-Schüler-Forums zum Nachlesen

Theater, Lesungen, Konzerte, Vorträge und Podiumsdiskussionen: Das XXIII. Else Lasker-Schüler-Forum begibt sich auf die Spuren der Literaten und Kulturschaffenden, die nach der Machtergreifung Hitlers in der Idylle eines südfranzösischen Fischerstädtchens Zuflucht suchten und fanden. Zeitweise wurde das "Exil unter Palmen"  zur Welthauptstadt der deutschen Literatur: Die Manns, Lion Feuchtwanger, Brecht und Weill weilten hier. Das Programm des hochkarätig besetzten Forums finden Sie ebenso wie Kontaktdaten zur Anmeldung hier.

Else Lasker-Schüler auf Instagram

Eine Initiative an der Universtität Bamberg

Julia Ingold, Mitglied der Else Lasker-Schüler-Gesellschaft, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni Bamberg. An der Universität Kiel hat sie kürzlich ihre Dissertation über Else Lasker-Schüler eingereicht. Im Sommersemster 2020 machte Ingold die Not der virtuellen Lehre zur Tugend und ließ mit ihren Studierenden Lasker-Schüler in ihrem 75. Todesjahr auf Instagram wiederauferstehen. Sie posten weiterhin regelmäßig Informationen über Werke, Graphiken, Texte, Biographie, Veranstaltungen, Web-Angebote und Forschung. Dabei entsteht eine unterhaltsame und lehrreiche Sammlung von Versatzstücken, die Interessierten ein lebendiges Bild der Künstlerin vermitteln. 

 

Das Programm verfolgen Sie hier.