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Wir wünschen Ihnen allen einen schönen Sommer

Liebe Freunde und Besucher der "Else-Homepage",

liebe Mitglieder,

 

 

 

die Else Lasker-Schüler-Gesellschaft wünscht im Jahr 25 ihres Bestehens allen Freunden und Mitgliedern einen zauberhaften Sommer.

Sollten Sie Zeit und Lust haben, besuchen Sie unsere Website www.exil-archiv.de mit den Biografien verfolgter Persönlichkeiten - interessanter Menschen, keine Langweiler.

 

Herzlich

Hajo Jahn und der Vorstand

 

Info (Nr. 101)

Das neue Info (Nr. 101) ist auch online einzusehen. Den Link dazu finden Sie hier .

 

Auf in Else Lasker-Schülers-Wuppertal:

Uraufführung eines Stücks, das Dichtervater Goethe in die Gegenwart unseres Einwanderungslandes holt: 19. August im Theater am Engelsgarten

Sunays Comingout als Mensch oder: Der Neue West-oestliche Divan

Das Theater Anderwelten präsentiert ein Multi-Media Stück von Heiner Bontrup, stellv. Vorsitzender der ELS-Gesellschaft, und Melanie Mägdefrau im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Orientexpress“

 

Es gilt als eines der schwierigsten Werke Goethes: die Gedichtsammlung „West-oestlicher Divan“. Goethe selbst ahnte schon, dass seine Zeitgenossen Probleme haben würden, einen Zugang zu diesem durch die persische Lyrik inspirierten Gedichten zu finden. Zu wenig klassisch, zu wenig deutsch, so mussten die Zeitgenossen dieses Werk empfinden. Daher ist der „Divan“ das einzige seiner Werke, dem Goethe eine sehr umfangreiche Einleitung zum „besseren Verständnis“ voran gestellt hat. 

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Brigitte Nowatzke-Kraft, Karlsruhe: Besuche bei Jussuf – Prinz von Theben

Biografische Fragmente aus dem Leben der Else Lasker-Schüler, Mischtechnik, 1995

Weiterlesen: Brigitte Nowatzke-Kraft, Karlsruhe: Besuche bei Jussuf – Prinz von Theben
 

Else Lasker-Schüler starb vor 70 Jahren am 22. Januar 1945 in Jerusalem.

In der Weimarer Republik setzte sie sich ein für die Abschaffung der diskriminierenden § 175 (Bestrafung von Homosexualität) und § 218 (Abort). Sie war stets für eine Aussöhnung zwischen Arabern und Juden, etwa bei einem Volksfest in der Altstadt von Jerusalem mit Karussells und Waffeln.

Sie ist jung, sie ist cool, sie ist Trend! Und das, obwohl sie vor einer gefühlten Ewigkeit gelebt hat (1869 in Wuppertal- Elberfeld geboren – 1945 gestorben in Jerusalem)!

Sie ließ sich nichts von ihren Eltern, spießigen Kaufleuten, oder den Männern sagen. Neben ihrer Ehe hatte sie Affären mit vielen Künstlern und Schriftstellern: Sie spielte mit den Männern. Das ist wahre Emanzipation, oder?  Sie lebte lange Zeit in Berlin und zog dort durch die Kneipen und Szene-Cafés.

Von einem rassigen Südländer, von dem sie nicht einmal den Namen verriet, bekam sie einen Sohn, nicht vom langweiligen Ehemann. Diese Frau machte Skandale über Skandale! Ihre Liebesgedichte sind geil, andere Gedichte sind ein bisschen schwer zu verstehen, manchmal ergeben sie gar keinen richtigen Sinn. Aber das zählt auch nicht. Wenn du bei deinen Freunden echten Eindruck schinden willst, denke dir eine tiefere Bedeutung aus und sage immer: »Das ist so wahr, so wahr!«

In London und Paris laufen die echten Kenner mit T-Shirts ’rum mit der Aufschrift: »Ich habe zu Hause ein blaues Klavier / und kenne doch keine Note / Es steht im Dunkel der Kellertür / seitdem die Welt verrohte ...«

Aber Else Lasker- Schüler hat nicht nur „Mein blaues Klavier“ gedichtet, sie hat auch gemalt. Ihre Bilder sind kunterbunt, die Figuren sind aus dem Orient oder anderen östlichen Gebieten. Das kommt daher, dass sie die Gegend da total geliebt hat und sich auch manchmal der Prinz Jussuf von Theben (Indianer, Abigail, Blauer Jaguar, Robinson, Tino von Bagdad u. v. mehr) nannte. Manchmal sind ihre Gedichte auch sehr traurig, deshalb nicht vor einer Party oder der Disco lesen, sonst nervst du da nur! Aber bei Liebeskummer wäre das doch supigut, da kann man ein bisschen Selbstmitleid haben. Die arme Else musste 1933 aus Deutschland ins Schweizer Exil fliehen, weil man ihre Verwandten nicht mochte. Sie ist dann 1945 gestorben, könnte echt deine Uroma sein ... und war doch Madonna und Lady Gaga meilenweit voraus.

Ina Meenen (Leistungskurs Deutsch, Christianeum, Hamburg)

 

Geschichte soll nicht das Gewissen belasten, sondern den Verstand erhellen.

G.E. Lessing

 

- Wir arbeiten ehrenamtlich für eine zeitgemäße Erinnerungskultur. Brücken dazu sind die Schicksale der Künstler, deren Bücher verbrannt, deren Kunstwerke zensiert und verboten wurden, die verfolgt wurden und emigrieren mussten.

- Das Schicksal von Else Lasker-Schüler steht als Metapher dafür, wie im Nazi-Deutschland mit Intellektuellen verfahren wurde: 1933 floh sie aus Deutschland in die Schweiz, wo sie von der Fremdenpolizei bespitzelt wurde und Schreibverbot hatte. 1937 wurden ihre Zeichnungen als „entartet“ aus der Berliner Nationalgalerie beschlagnahmt. 1939 erhielt sie kein Visum mehr für die Schweiz. In Palästina/Israel hat sie die Sprache des Landes nie erlernt, was vor allem für exilierte Dichter, Journalisten oder Schauspieler existentiell ist. Ihre Heimat war die deutsche Sprache. Unser Ziel ist ein „Zentrum für Verfolgte Künste“.

 

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