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Liebe Besucher dieser Homepage,

die Else Lasker-Schüler-Gesellschaft wünscht Ihnen einen wunderschönen Sommer, erholsame und friedliche Wochen mit diesem Video zu "WELTENDE" von Else Lasker-Schüler. Es gilt als vor-expressionistisches Gedicht, ist  raum- und zeitlos:

Es ist ein Weinen in der Welt, 

Als ob der liebe Gott gestorben wär, 

Und der bleierne Schatten, der niederfällt, 

Lastet grabesschwer.

Komm, wir wollen uns näher verbergen… 

Das Leben liegt in aller Herzen 

Wie in Särgen.

Du! wir wollen uns tief küssen - 

Es pocht eine Sehnsucht an die Welt, 

An der wir sterben müssen.

 

Bei einem Konzert der Reihe DIMENSION DOMORGEL im Essener Dom hatte der junge Organist und Komponist Jan Esra Kuhl die Aufgabe, spontan über ein Gedicht zu improvisieren; er zog "Weltende" von Else Lasker-Schüler aus den vorbereiteten Umschlägen. 

Unter https://www.youtube.com/watch?v=iRC5R7_dRsM&list=PLjlBfyrM8BIJMo220jC3lq1cQatjDPCjr&index=2 können Sie die Musik, die er - unvorbereitet, da sämtliche Texte, Themen und Bilder, über die drei Musiker an diesem Abend zu improvisieren hatten, vorher nicht bekanntgemacht waren - mit diesem wundervollen Text als Inspiration im Moment, für den Moment und aus dem Moment heraus schuf, nacherleben. 

Hajo Jahn und der Vorstand der Else Lasker-Schüler-Gesellschaft

 

Info (Nr. 105)

Das neue Info (Nr. 105) ist auch online einzusehen. Den Link dazu finden Sie hier .

 

Else Lasker-Schüler-Lyrikpreis

geht an Safiye Can

Nach Thomas Kling und Friederike Mayröcker ist Safiye Can aus Offenburg die dritte Dichterin, die mit dem Else Lasker-Schüler-Lyrikpreis geehrt wird. Die Autorin, Jahrgang 1977, ist die Tochter von tscherkessischen Einwandern aus der Türkei. In der Begründung für die Auszeichnung heißt es: Eingetaucht zugleich in die Tradition des abendländischen Denkens und der orientalischen Welt, entwickelt die lyrische Bildsprache Safiye Cans ihre Magie und Suggestionskraft aus dem Spannungsfeld zwischen orientalischer und okzidentaler Kultur – darin verwandt der jüdischen Dichterin Else Lasker-Schüler ("Tino von Bagdad", "Jussuf Mohamed Hassan" etc).

Die Verleihung findet am 11. November um 19 Uhr im FORUM der Stadtsparkasse Wuppertal, Islandufer 15, statt. Im Rahmenprogramm gibt es Uraufführungen von 12 jazzigen Else Lasker-Schüler-Gedichtvertonungen. Komponist ist Wolfgang Schmidtke. Ausführende sind das Orchester SAX FOR FUN und die Sängerin Tanh Mai Susann Kieu. - Am folgenden Samstag, 12. November, liest die Dichterin  Safiye Can aus ihren Lyrikbüchern im Rahmen des neuen Programms von Oliver Steller

"Spiel der Sinne" ab 19 Uhr in der Bergischen Musikschule, Wuppertal-Elberfeld, Hofaue 51.

 

Eine Bilderbuch-Karriere WALTER TRIER

 

Verschiedene Almanache sind wieder verfügbar!

Die Liste der herausgegebenen, oder lieferbarer Almanache und Bücher hat sich geändert. Hier geht es zum Shop...

 

Dieser Film geht keinem aus dem Kopf

Jerry Lewis wollte einen Clown in einem KZ spielen. Doch der „King of Comedy“ scheiterte. Sein Film „The Day The Clown Cried“ wurde nie fertig, aber zur Legende. Gab es ihn überhaupt? Der Dokumentarist Eric Friedler lüftet ein großes Geheimnis.

Wir sehen in das Gesicht eines traurigen Clowns. Er versucht, mit drei Bällen zu jonglieren. Doch es will ihm nicht gelingen. Eins, zwei, drei, schon hat er einen der Bälle verloren. Erste Klappe, die zweite, die dritte. Es wird nicht besser. Die Aufnahme bricht ab.

Der Clown, dem die Verzweiflung ins Gesicht geschrieben steht, ist Jerry Lewis. Der „King of Comedy“ ist kaum wiederzuerkennen. Er spielt die schwerste Rolle seines Lebens, in einem Film, an den er bis ans Ende seines Lebens denken wird, an jedem einzelnen Tag. Er hat diesen Film nie fertiggebracht. Drei Tage vor Ende der Dreharbeiten packte er am Filmset in der Nähe von Stockholm die Filmrollen ein und flog heim nach Los Angeles. „The Day The Clown Cried“: So heißt der Film, der die Karriere des Jerry Lewis hätten krönen und mit dem er Filmgeschichte hätte schreiben können. Aber es war nicht gut, er war nicht gut. „Ich war nicht glücklich mit meiner Leistung“, sagt Jerry Lewis. Doch ist das schon alles?

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Der vermisste Aha-Effekt zur Eröffnung

RHEINISCHE POST 29.12.2015

Solingen

25 Jahre hat sich Hajo Jahn den Eröffnungstag des "Zentrums für verfolgte Künste" herbeigesehnt. Den Festakt am 8. Dezember verfolgte der Wuppertaler von einem Platz mitten im Publikum.

FOTO: Köhlen (Archiv)

Solingen. Als Vorsitzender der Else-Lasker-Schüler-Stiftung hat sich Hajo Jahn 25 Jahre lang für ein "Zentrum für verfolgte Künste" eingesetzt. Das Ziel ist offiziell erreicht, nicht aber das des Initiators. 

Von Guido Radtke

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Von der Idee bis zur Realisierung

Hajo Jahn über das von ihm initiierte 

"Zentrum für verfolgte Künste" am 9.12.2015 in Solingen

(Vortrag im Kunstmuseum  Solingen; Mitwirkende: Andre Enthöfer, Saxophon, und Bernd Kuschmann, Schauspieler)

© Foto: Stefan Dege

Musik Andre Enthöfer - ca. 1', 

JAHN:

Andre Enthöfer spielt auf einem "Neger-Instrument", wie es die Nazis nannten. Erfunden von Adolphe Sax, einem  Belgier. Guten Tag meine Damen, meine Herren, guten Tag. Weltweit populär gemacht hat das Saxophon ein Musiker aus Elberfeld: Sigurd Rascher. Er floh 1933 über Schweden in die USA. Ein anderer berühmter Exilant hat für Sigurd Rascher Stücke komponiert und Gedichte von Else Lasker-Schüler vertont: Paul Hindemith. Flüchtlinge waren sie  - wie die Familie Mann, Max Ernst, Albert Einstein, Willy Brandt und zigtausende Intellektuelle. Unter ihnen Walter Trier. Er hat die Erich Kästners Emil und die Detektive, Pünktchen und Anton oder Das doppelte Lottchen illustriert. Trier floh über England nach Kanada. Mit seinen Bildern haben wir eine interreligiöse Woche der Begegnung angeregt; ein Schülerchor aus 12 Nationen sang Vertonungen von Erich Kästner-Texten - so kurzweilig könnte die Arbeit gegen das Vergessen im Zentrum für verfolgte Künste sein. 

Musik Andre Enthöfer -ca. 30'' -  40''

JAHN:

Flüchtlinge sind heute Filmemacher aus dem Iran, Dichter aus China oder Musiker aus arabischen Ländern. Doch ausgerechnet in dem Land, dass sich seiner kreativsten Köpfe brutal entledigt hat, im kollektiven Gedächtnis der Deutschen, wurde der Exodus unserer Eliten bislang nicht verankert. In den so vorbildlichen deutschen Gedenk-Gesetzen ist die verfolgte Elite ausgeklammert. Dies hat der wissenschaftliche Dienst des Bundestags nach einer unserer Aktionen 2011 in einer Expertise dokumentiert. Angesichts der Flüchtlingsfrage 2015 sollten wir uns daran erinnern, dass Deutschland eine Bringschuld hat. Weil zigtausende deutsche Künstler, Wissenschaftler, Gewerkschafter, Christliche Märtyrer  und sogar Sportler in anderen Ländern während der NS-Diktatur als Flüchtlinge aufgenommen worden sind.

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Der Traum des Hajo Jahn von einem Zentrum für verfolgte Künste

Deutsche Welle

Hajo Jahn hatte einen Traum: 25 Jahre hat der Journalist dafür gekämpft, ein Drittel seines Lebens. Jetzt wird das von ihm initiierte "Zentrum für verfolgte Künste" in Solingen eröffnet. Geht sein Traum in Erfüllung?

Ganz klein wirkt der Mann, wenn er das schwere, schwarze Eichenportal des ehrwürdigen Jugendstil-Baus unter Mühen aufzieht. Früher tagten hier die Stadtväter, nun beherbergt das prächtige Gebäude ein Kunstmuseum . Hajo Jahn trägt Sportschuhe. Auf seinem Kopf sitzt eine rote Baseballkappe. Die Augen des 75-Jährigen funkeln. "Ich habe die Schizophrenie einer Diktatur erlebt", sagt er. "Menschen wie ich müssen was zurückgeben!"

Jahns Traum ging so: Gleich zwei Mal hatte Deutschland seine Künstler und Intellektuellen drangsaliert und schikaniert. Viele wurden außer Landes gejagt. Nach Nazi-Diktatur (1933-1945) und SED-Herrschaft (1953-1989) sollte sich das neue Deutschland seiner Vergangenheit stellen - und endlich auch an die verfolgten Künstler erinnern.

http://www.dw.com/de/der-traum-des-hajo-jahn-von-einem-zentrum-für-verfolgte-künste/a-18898713

 

Geschichte soll nicht das Gewissen belasten, sondern den Verstand erhellen.

G.E. Lessing

 

- Wir arbeiten ehrenamtlich für eine zeitgemäße Erinnerungskultur. Brücken dazu sind die Schicksale der Künstler, deren Bücher verbrannt, deren Kunstwerke zensiert und verboten wurden, die verfolgt wurden und emigrieren mussten.

- Das Schicksal von Else Lasker-Schüler steht als Metapher dafür, wie im Nazi-Deutschland mit Intellektuellen verfahren wurde: 1933 floh sie aus Deutschland in die Schweiz, wo sie von der Fremdenpolizei bespitzelt wurde und Schreibverbot hatte. 1937 wurden ihre Zeichnungen als „entartet“ aus der Berliner Nationalgalerie beschlagnahmt. 1939 erhielt sie kein Visum mehr für die Schweiz. In Palästina/Israel hat sie die Sprache des Landes nie erlernt, was vor allem für exilierte Dichter, Journalisten oder Schauspieler existentiell ist. Ihre Heimat war die deutsche Sprache. Unser Ziel ist ein „Zentrum für Verfolgte Künste“.

 

denkmal2